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  Höfische Feste
 

 Höfische Feste


Die höfischen Feste waren an Prunk und Fülle nicht zu übertreffen. Diese fanden, wie auch in den Dörfern, zu Hochzeiten, Taufen und allem dem statt, was sich zum feiern lohnte.
Die Mahlzeiten begannen mit etwas leichtem, wie zum Beispiel mit klein geschnittenem Kohl oder einer Suppe. Beim zweiten Gang wurde dann meistens Käse serviert. Dann folgten die sogenannten Herrenspeisen. Diese bestanden vorallem aus Fleisch, Wildbret oder Geflügel.. Daneben wurden dann auch noch edlere Fischsorten angeboten. Auf die Tafel kamen auch kräftige Saucen und natürlich gab es auch das Standeskennzeichen des Adels nämlich das helle Brot- Weißbrot.
Es mußten große Mengen an Wein für die Feste aufgetrieben werden, möglichst aus den südlichen Ländern, denn der Wein aus den heimischen Gefilden wurde meist als Essig betitelt.
Höhere Beamte vom Hofe waren damit beschäftigt die Mengen an Fleisch für mehr als hundert Gäste zu kaufen und waren auch für den Transport der Ware verantwortlich. Die Organisation der Schlafquatiere war die Arbeit des fürstlichen Marschalls, der bei dieser Tätigkeit Fingerspitzengefühl zeigen mußte. Rang und Ansehen der Gäste mußte dabei beachtet werden.
Ein großer Saalraum wurde geschmückt und in der grünen Jahreszeit gab es einen Blumenstreu.
Meist gab es eine lange Tafel, in deren Mitte der oder die Gastgeberin saß. Eine Längstseite blieb frei für die Bedienung. Je höher der Rang des Gastes, desto näher saß dieser beim Gastgeber und der Truchseß mit seinem Stab gab die Anweisung für die Platzordnung.
Es gab mehrere Möglichkeiten der Begrüßung: 
die Begrüßung der Ankommenden oder das "Einholen, das Entgegenreiten oder der Empfang im Festsaal selbst. Kniefall, Verneigung, Umarmung und Kuß waren gebräulich ausser bei den jungen Damen. Ihnen wurde äußere Zurückhaltung empfohlen.
Wie schon erwähnt waren die verschiedenen Speisen reichlich, was man vom Geschirr nicht behaupten konnte. Teller waren nicht vorhanden und Gabeln gab es nur auf den Fleischplatten. Vor jedem Gast lag eine Scheibe Brot, sie diente als Ablage für seine eigenen Fleischstücke. Spuren von Sauce führten direkt dort hin. Messer gab es reichlich, allerdings nicht für jeden Gast. Gemeinsam wurden auch die Weinkelche benutzt, die meist zwei Nachbarn teilten.
Gegessen wurde mit den Händen die vor und nach dem Essen mit einer Gießkanne (Aquamaniles) abgespühlt wurden. Natürlich gab es auch Schalen und Handtücher. Behilflich waren dafür Edelknappen.
So wenig Geschirr es auch gab, war es doch immer reich verziehrt, versilbert und vergoldet
Die Tischmanieren, die seit dem 12. Jahrhundert Anweisungen zum guten Verhalten an der Tafel gab, zeigt was vornehm war:
Wisch dir den Mund vom Fett ab, bevor du trinkst! Wirf die abgenagten Knochen nicht in die gemeinsame Schale zurück! Hast du dein Brot in Wein eingebrockt, so trink hernach alles aus, oder gieße den Rest weg! Nimm zum Schneuzen nicht das Tischtuch! Lege dich nicht über die Tafel! Rücke nicht zu eng an deine Nachbarin heran!



 
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