Die Mittelalterfreunde
  Schnittmuster
 
Der Mantel

 Das wohl wichtigste und auffälligste Kleidungsstück bei einem Mittelalterevent ist der Umhang.

Er kann von einfach und schlicht bis hin zu den raffiniertesten Verziehrungen genäht werden. Am besten eigen sich hier Stoffe wie Wolle, Leinen oder grobe Baumwolle.

Seide und Samt waren zu Hochmittelalterzeiten sehr teuer und somit ausschließlich den Reichen vorbehalten.

Aber vom Schnitt her sind die meisten alle gleich.

Mein persönlicher Favorit aber ist der Tasselmantel.

Es ist wohl auch der einzige, der einen großen Umfang haben kann und in dem man sich so richtig „verstecken" kann.

Er kann auf die verschiedensten Arten genäht werden.

Ich persönlich finde es aber hübscher, wenn er aus einer Stoffbahn genäht ist.

Allerdings bekommt man in den normalen Geschäften leider nur Stoffbreiten von max. 150 cm. Daher sind meistens zwei Stoffbahnen von Nöten.

Die Bilder erklären sich an sich von selbst.

Ein Umhang sollte euch von den Schultern bis kurz über dem Boden gehen. Messt euch vom Halsansatz bis einmal zum Boden ab!

Einfach einen halb- oder ¾ Kreis aus dem Stoff schneiden.

Wobei ich noch erwähnen möchte, dass ein Umhang aus einem halben Kreis eigentlich mehr zur Deko dient, da er sich vorn nicht vollständig schließen lässt. Wer sich also einkuscheln möchte, sollte den ¾ oder ganzen Kreis wählen.

Die Schnittkanten abketteln und an den Längsseiten einen ca. 1,5 – 2 cm breiten Doppelsaum nähen.

Am unteren Rand ( runde Schnittkante ) kann der Saum ruhig etwas größer sein ( max. 10 cm ). Das beschwert und lässt ihn besser liegen.

Es sei denn ihr wollt den Mantel noch füttern. Dann macht bitte einen einfachen normalen Saum. Keinen doppelten.

Solltet ihr Baumwolle oder Leinen benutzt haben, könnt ihr den Mantel noch füttern.

Dafür einfach ein Duplikat des ersten Teils aus demselben oder einem anderen Stoff nähen. Zum füttern eignet sich wohl am besten ein fester und dicker Wollstoff.

Ihr könnt aber natürlich auch modernes Material benutzen. Sieht man ja dann nicht mehr.

Der Futterstoff wird als erstes auf die linke Seite des Duplikates genährt. Wie bleibt euch überlassen. Aber ich würde schon ein grobes Steppmuster empfehlen. So verrutscht er beim waschen nicht.

Legt nun beide Teile auf rechts übereinander und näht sie zusammen.

Aber denkt daran noch ein kleines Loch auf zu lassen. Man muss den Stoff ja wieder auf rechts drehen.

Am besten lasst ihr das Loch am unteren Saum oder am Halsausschnitt.

Dreht den Umhang nun auf rechts und vernäht die offene Stelle sauber mit einem Blindstich. Man kann ihn auch normal zunähen aber dann solltet ihr eine kleine Bordüre oder ähnliches drüber nähen.

Nun noch zwei Bänder an den Kanten am Halsausschnitt annähen. Diese können aus Leder oder aus Stoff sein. Obwohl beim Verschluss der Fantasie auch keine Grenzen gesetzt sind.

Für Leute, die vielleicht etwas tiefer in die Tasche greifen möchten gibt es allerdings noch die Mantelschließe oder auch Fibel genannt. Hier kommt es auf das Modell an, ob ihr noch Schlaufen annähen müsst.

Wenn ihr merkt, dass der Umhang doch ein recht hohes Gewicht hat, dann besorgt euch lieber eine große und schwere Fibel. Diese ist sozusagen das Gegengewicht zum hinteren Teil des Umhangs. Sonst kann es passieren, dass er ständig nach hinten rutscht und ein wenig würgt.

Andere Schnittvarianten seht ihr hier.

Diese lassen sich ganz gut verwenden, wenn mehrere verschiedene Stoffe oder Farben verwendet werden sollen.

 

Vielen Dank an André für diesen Beitrag, denn er ist von uns der Schneiderprofi 

 
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