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  Sprichwörter
 

Sprichwörter

Wer kennt sie nicht. Auf einer Feier, beim Spazierengehen, im Fernsehen oder in Büchern: die Sprichwörter.
Allerding wissen die wenigsten woher sie stammen und wie sie zustande gekommen sind. Da viele der Sprüche ihren Ursprung aus dem Mittelalter haben, dachte ich mir,  mal eine kleine Auflistung von bekannten Sprichwörtern zumachen.


Ein Auge riskieren
Wo wir wieder beim Thema wären, der Ritterkampf. Die Ritter trugen bei ihren Tunieren Helme mit Visieren. Allerdings waren die meist sehr hinderlich, da das Loch zum Schauen sehr klein war um seine Gegner richtig anzuvisieren. So erlaubte sich mancher Ritter das Visier hochzuklappen. So riskierte er ein Auge, da er nun seinen Gegnern eine verletzliche Stelle preisgab, seine Augen.


Im Stich gelassen
Und noch was von den Ritterkämpfen. Wenn ein Ritter von seinem Pferd "gestochen" wurde und dieser keine Hilfe von seinen befreundeten Rittern oder seinen Knappen bekam, stach der Gegner weiter auf ihn ein. Er wurde sozusagen im Stich des Gegners gelassen.


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Und hier mal was von den alten Germanen, meist aus den niederdeutschen und westfälischen Sippen. In dieser Zeit gab es die "Abfell". Bei einem Abfell handelte es sich um einen Zwilling, dessen Bruder (dies war nur bei männlichen Zwillingen der Fall) bei einem Stammeskrieg zu Tode gekommen ist. Als Trost bekam der Abfell alles was dieser brauchte. Essen, soviel Met wie er wollte und hatte auch beim Stammesführer Sonderkonditionen. Aber nur ein Jahr lang. Danach mußte er sich hinter die Palisaden des Dorfes begeben und sich selbst richten.
Der Abfell (Zwilling) fällt (stirbt) nicht weit vom Stamm (Sippe)


Da bleibt einem der Bissen im Hals stecken
Und wieder die alten Germanen. Hier handelt es sich um ein germanisches Gottesurteil. Der Verurteilte musste ein Stück Brot ohne Flüssigkeit runterschlucken. wenn er dies schaffte war seine Unschuld bewiesen und wenn nicht..........ja, da blieb ihm der Bissen im Halse stecken.


Wer A sagt muß auch B sagen
Im späten Mittellalter gab es den münsteraner Fluß Aa. Dieser hatte keinen guten Ruf, da er sehr verdreckt war. Und so sagten die Leute:
Wer ´d Aa seiht (sieht) muß ooch Bäh saggen (sagen)


Ins Fettnäpfchen treten
Im Mittelalter standen vor  Bauernhäuser kleine Eimer mit Stiefelfett, um bei regnerischen Tagen seine Stiefel dort eintunken zu können. Manch verschlafener oder aber auch betrunkener Bauer übersah den kleinen Eimer und trat ins Fettnäpfchen woraufhin die Bäuerin natürlich  nicht erfreut war.


Einen Zahn zulegen
Damals wurde in den Häusern im Mittelalter auf offenem Feuer gekocht. Ein Kochtopf oder eine Pfanne hing an einem Gestänge mit einer Kette befestigt darüber. Am Gestänge waren Bolzen, die aussahen wie Zähne. Die waren wichtig um die Höhe vom Topf/Pfanne zum Feuer hin zu regulieren. Wenn nun die Familie vom Feld wieder kam, hat die Bäuerin einen "Zahn" zugelegt damit das Essen schneller fertig wurde.


Durch die Lappen gegangen
Dieser Spruch kam von der Jagd. Die Jäger haben im Wald einen Bereich mit aufgehängten Tüchern abgegrenzt um so das Wild dort hinzujagen. Mancher Hirsch ist aber einfach durch diese Tücher gelaufen, also durch die Lappen gegangen.

Blau machen
Diesen Spruch haben wir den mittelalterlichen Färbern zuverdanken.
Einmal in der Woche wurde "Blau" gefärbt. Doch dazu brauchte man viel Urin. So tranken die Färber was der Alkohol hergab, was natürlich dazu führte das viele Färbe betrunken waren und einfach einschliefen. Einige konnten dann natürlich ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen.


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